Wie richte ich eine verschlüsselte Verbindung zwischen Client und Server ein?

TLS/SSL-Verschlüsselung

TLS (Transport Layer Security) bzw. SSL (Secure Sockets Layer) ist ein Verschlüsselungsprotokoll, welches der sicheren Datenübertragung im Internet dient. Wir empfehlen Ihnen die Aktivierung der TLS/SSL-Verschlüsselung. Dieses bedeutet, dass die Datenübertragung zwischen einem EPIKUR-Client und einem EPIKUR-Server verschlüsselt ablaufen wird, sobald dies entsprechend in EPIKUR eingerichtet wurde. Die Einstellung ist nur in der EPIKUR-Netzwerkversion relevant und möglich.

Konfiguration für Neukunden

Hinsichtlich der TLS/SSL-Verschlüsselung gelten Sie als Neukunde, wenn Sie EPIKUR erst ab der Version 24.4.0.2 erwerben. 

Ab der EPIKUR-Version 24.4.0.2 ist bei der Neuinstallation eines Clients ist TLS/SSL-Verschlüsselung standardmäßig aktiviert. Entsprechend dieser Einstellung wird eine clientseitige Kommunikation über TLS/SSL gefordert, damit keine unverschlüsselte Kommunikation zwischen Client und Server stattfinden kann.


Konfigurationsänderungen für Bestandskunden 

Neues Zertifikatspaar generieren


Hinweis

Von EPIKUR erzeugte Zertifikate sind in der Regel fünf Jahre gültig und müssen somit regelmäßig erneuert werden.

In dem Server-Control-Panel befindet sich der Button Zertifikate erstellen. Durch die Betätigung des Buttons wird nach der Generierung eines neuen Zertifikatpaares (Server- und Clientzertifikat) die TLS/SSL-Verbindung aktiviert. Sofern Sie den Button nicht betätigen, ist die TLS/SSL-Verbindung standardmäßig deaktiviert.

Beachten Sie, dass bei jeder Betätigung des Buttons Zertifikate erstellen ein neues Zertifikatspaar erstellt wird, welche die vorherigen Zertifikate löscht und somit fortan eine Verbindung von Clients mit den alten Zertifikaten nicht mehr ermöglicht.


Zertifikatsaustausch

Wenn der EPIKUR-Client sich im Server-Netzwerk (Praxis-LAN) befindet, dann melden Sie sich im EPIKUR-Client als Administrator an und wählen Sie in der Administratoransicht in der Menüzeile Hilfe und dann Zertifikat importieren aus. Daraufhin werden die Zertifikate in den EPIKUR-Client importiert:


Konfiguration für Neukunden

Alternativ können die Zertifikate auch per Hand einrichtet werden. Im Benutzerverzeichnis Ihres EPIKUR-Server-PCs finden Sie im Ordner EpikurServer den Ordner keys. In diesem befinden sich mehrere Dateien (unter anderem client.p12 und server.csr):


Kopieren Sie diese Dateien in den Ordner settings des Ordners EpikurClient im Benutzerverzeichnis des
EPIKUR-Client-PCs. Falls der Ordner settings noch nicht existiert, sollten Sie diesen zuvor erstellen:


Ändern der serverseitigen Properties 

Die serverseitige Änderung der Properties können Sie in den epikurServer.properties vornehmen. Sobald die SSL-Einstellung in den epikurServer.properties auf true gesetzt wurde, ist die Verschlüsselung aktiviert und es steht kein unverschlüsselter Port mehr zur Verfügung. Somit erfolgt die Kommunikation ausschließlich über den verschlüsselten SSLPort.


Ändern der clientseitigen Properties 

Nachdem Sie die erforderlichen Zertifikate in Ihren EPIKUR-Client importiert haben, ist nun eine Änderung der epikurClient.properties notwendig. Diese Konfigurationsdatei finden Sie in Ihrem Benutzerverzeichnis im Ordner EpikurClient auf den EPIKUR-Client-PC. Zunächst ändern Sie in der Zeile serverPort=8080 den Zahlenwert in 8181. Fügen Sie außerdem die Zeile SSL=true hinzu bzw. ändern Sie die vorhandene Zeile entsprechend. Damit die Suche nach dem EPIKUR-Server für den EPIKUR-Client nicht wiederholt werden muss, geben Sie entweder die feste (öffentliche) IP-Adresse oder die DNS-Adresse in der Zeile hinter serverIP= an:


Sollten mehrere Server über einen Client angesprochen werden, gibt es die Möglichkeiten, diese über die folgenden Parametergruppen zu konfigurieren:

  • serverPort1, SSL1, serverIP1
  • serverPort2, SSL2, serverIP2
  • serverPort3, SSL3, serverIP3
  • serverPort4, SSL4, serverIP4
  • serverPort5, SSL5, serverIP5

Verbindung über Internet

Wenn Sie außerhalb Ihres Praxisnetzwerks auf den EPIKUR-Server zugreifen wollen, stehen Ihnen zwei Möglichkeit zur Verfügung. 

  1. VPN-Verbindung vom Client-System in die Praxis (empfohlen) 
  2. Öffentlich erreichbarer EPIKUR-Server 


Wenn Sie sich für die zweite Option entscheiden, beachten Sie folgende Hinweise:

  • Da feste Server-Adressen konfiguriert werden, setzen wir voraus, dass Ihr Praxisanschluss über eine feste IP-Adresse oder einen dynamischen DNS-Service verfügt
  • In Ihrem Router müssen die Ports 8181 sowie 9090 zur Weiterleitung vom Internet an den EPIKUR-Server-PC freigegeben werden (Port-Weiterleitung). Der ungesicherte Server-Port 8080 sollte aus Sicherheitsgründen nicht freigegeben werden.

Wichtig
Bitte beachten Sie, dass diese Einrichtung zur Folge hat, dass ab sofort alle Verbindungen zum EPIKUR-Server durch das Internet laufen (wenn auch verschlüsselt). Sollten Sie sich mit dem EPIKUR-Client aus demselben Praxis-LAN mit dem EPIKUR-Server verbinden wollen, dann wird die Verbindung aus dem Praxis-LAN heraus durch das Internet wieder zurück ins Praxis-LAN verlaufen. Dieses führt dazu, dass bei fehlender Internetverbindung keine Verbindung mit dem EPIKUR-Server möglich ist. Sie sollten dann dafür sorgen, dass in der EPIKUR-Client-Konfigurationsdatei nicht die öffentliche Adresse des Routers, sondern die lokale Adresse des EPIKUR-Server-PCs eingestellt wird.

Hinweis
Beim Einspielen einer Datensicherung wird der Inhalt des keys-Ordners mit dem Inhalt der Sicherung überschrieben und somit wird beim nächsten manuellen Server-Start das Server-Zertifikat aus der Datensicherung verwendet. 

 

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