Das Systematische Verzeichnis der ICD-10-GM enthält über die integrierten Hinweise und Querverweise eine Vielzahl von Regelungen und Klarstellungen zur Verschlüsselung spezieller Diagnosekonstellationen, die aufgrund ihrer Komplexität in der Praxis zu einer nicht sachgerechten Umsetzung führen können. In Erfüllung des gesetzlichen Auftrages zur verbindlichen Regelung der Vergabe und Übermittlung von ICD-10-GM-Kodes hat die KBV, abgeleitet aus dem Regelwerk der ICD-10-GM, ein Kodierregelwerk (KRW) erarbeitet, um eine sachgerechte Kodierung einheitlich zu prüfen und zu unterstützen. Die Unterstützung ist zunächst auf die vier Diagnosebereiche Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes mellitus und Folgen des Bluthochdrucks eingeschränkt. Mit der EPIKUR Version 22.1.1 wurde die Kodierunterstützung integriert. Sie soll dabei helfen, die teils recht komplizierten Regelungen der ICD-10-GM besser anzuwenden und möglichst den passenden Kode für eine Diagnose zu finden. Die Kodierunterstüzung ist bisher nur in den vier Diagnosebereichen Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes mellitus und Folgen des Bluthochdrucks vorgesehen. Je nach Einstellung wird entweder bei Angabe einer Diagnose oder bei der Abrechnung im Hintergrund geprüft. Dabei werden bei Unstimmigkeiten Hinweise angezeigt und bei der Korrektur unterstützt.
Das BfArM gibt zusammen mit dem Systematischen Verzeichnis der ICD-10-GM jährlich eine Anleitung zur Verschlüsselung mit der ICD-10-GM und einen Kommentar zu den wesentlichen Änderungen der ICD-10-GM heraus. Diese Informationen finden Sie in EPIKUR in der Menü-Leiste unter Hilfe. Des Weiteren werden relevante Verschlüsselungsanleitungen beim Kodieren von Diagnosen angezeigt.
Über die Menüleiste Stammdaten > Kodierregeln kann man sich alle Kodierregeln
und deren Inhalte anzeigen lassen. Dabei ist es möglich, über die Checkboxen unten rechts der Tabelle nach
behandlungsfallbezogenen oder quartalsübergreifenden Regeln zu filtern oder auch nach bestimmten
Diagnosen selbst in der Suchleiste:
Wenn es neue Änderungen im Kodierregelwerk gab, kann man sich diese über den Button „KRW-Regeländerungen“ anzeigen lassen:
Ebenso kann man sich über die Menüleiste Stammdaten > Verschlüsselungsanleitung diese anzeigen lassen. Über die Suchleiste Diagnosekode ist es möglich nach bestimmten ICD-10-
Codes zu suchen und sich relevante Verschlüsselungsanleitungen anzeigen zu lassen:
Über den ICD10-Katalog (Stammdaten > ICD10-Katalog) kann man sich jederzeit die aktuellsten Versionsänderungen anzeigen lassen, in
dem man in der oberen Leiste auf den Button Versionsänderungen klickt. Die Änderungen und Kommentare werden in einem neuen Fenster angezeigt:
Es ist möglich in der Übersicht der Kodierregeln (Stammdaten > Kodierregeln) einzustellen, zu welchem Zeitpunkt Kodierregeln geprüft werden sollen. In der Spalte Prüfzeitpunkt ist es je nach Kodierregel möglich zu entscheiden, ob eine Regel während der Kodierung oder bei der Abrechnung geprüft werden soll.
Des Weiteren kann über die Spalte Aktiv gesteuert werden, nach welchen Kodierregeln geprüft werden
sollen. Über den Button Alle abwählen kann die Prüfung aller Kodierregeln deaktiviert werden, wenn man
diese Funktion nicht nutzen möchte:
Wenn Kodierregeln beim Kodieren geprüft werden sollen, erscheinen im Diagnose-Aufnahme-Fenster im
Reiter „Kodierregel-Prüfung“ Hinweise, wenn es einen Konflikt gibt. Im Hinweis wird der Konflikt
beschrieben, sowie ein Korrekturvorschlag gegeben:
Kodierregeln können während der Abrechnung geprüft werden. Bei der Prüfung gibt es dafür einen
eigenen Fortschrittsbalken mit Indikator, ob die Prüfung erfolgreich war oder nicht:
Über den Button Kodierregelergebnis kann man sich die Hinweise zur Fehlerkorrektur anzeigen lassen und
die Fehlerbehebung vornehmen:
Um einen Fehler zu beheben, wählt man diesen in der Liste aus und klickt auf „Fehler beheben“. Dann
erscheint ein Dialog, der einen bei der Fehlerkorrektur unterstützt:
Stand: 17.06.2022